Korsika - nicht nur eine Insel | |
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Der korsische Honig
Im Gegensatz zum Nachbar Sardinien
ist Korsika eine "grüne" Insel, die
Anlage zahlreicher weitläufiger
Naturschutzgebiete sowie das fast
völlige Fehlen von Industrie
garantieren eine nahezu unbelastete
natürliche Pflanzenwelt.
Darüber hinaus weist die Flora
Korsikas eine außergewöhnliche
Vielfalt auf.
Von der Küste bis in die Mittelgebirge
wurden rund 2800 verschiedene,
zum Teil intensiv duftende Pflanzenarten
gezählt.
Orangen- und Clementinenblüten, Lavendel, Rosmarin,
Ginster, diverse Kleearten, zahlreiche Blumen, die
Kräuter der Macchia, verschiedene Nadelgehölze
- um nur einige zu nennen - geben dem korsischen
Honig seinen fruchtigen, typisch würzigen, leicht herben
und aromatischen Geschmack.
Korsischer Honig - ein wenig Geschichte
Die Honigproduktion hat einen festen Platz in der Geschichte
Korsikas. Von der Antike bis in die heutige Zeit spielten und
spielen auf der ganzen Insel Honig und Bienenwachs, vom
Sammeln des wilden Honigs bis hin zur Bienenzucht, eine
bedeutende Rolle.
Schon im 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung wurde
der charakteristische Geschmack der korsischen Honigsorten
(mild bis feinherb in Kombination mit den zahlreichen
Blütendüften der Insel) sowie seine positiven medizinischen
Eigenschaften von den Geschichtsschreibern erwähnt und
als etwas ganz Besonderes beschrieben. Berichtet wird
auch, dass die Korsen ihren Tribut an die Römer mit Honig
und Bienenwachs bezahlten und die Römerinnen für ihre Schönheitsbäder nicht nur Eselsmilch, sondern
auch korsischen Honig verwendeten.
Im Mittelalter konzentrierte sich die Honigproduktion nicht mehr ausschließlich auf
das Sammeln aus wilden Bienenstöcken, sondern entwickelte sich durch gezielte
Bienenhaltung zu einer bedeutenden agrarwirtschaftlichen Komponente.
In der genuesischen Epoche gab es bereits Gesetze
zum Export von Honig und Bienenwachs.
Im 19. und 20. Jahrhundert sank die Zahl der Imker und der
Bienenvölker, teilweise bedingt durch Bienenepidemien,
aber auch durch Kriege und schlechte Wirtschaftslage.
Nach einem Tiefpunkt im Jahr 1960 ging es jedoch wieder
bergauf, und in der heutigen Zeit können wir dank
Imkerkooperativen, Qualitätskontrollen und organisierter
Vermarktung wieder ausreichend korsischen Honig
genießen.
Die korsische Biene
Ausschließlich in Korsika finden wir eine
Bienenart (Apis mellifera mellifera
corsica), die sich im Laufe der
Jahrhunderte durch morphologische
Modifizierung an die charakteristische
Blütenwelt Korsikas angepasst hat. Sie
ist gekennzeichnet durch schwarze Farbe,
relativ kurze Behaarung sowie eine
außergewöhnlich lange Zunge, die es ihr
erlaubt, selbst in tiefe Blütenkelche
einzudringen. Um den Bestand der
korsischen Bienen in ihrer genetischen Konstellation zu erhalten, ist diese Art seit 1982 per Gesetz geschützt, und es ist verboten, andere Bienenarten in Korsika einzuführen.
Die korsischen Imker
Die Honigproduktion hat in Korsika Tradition. In der Antike
soll korsischer Honig von wilden Bienenvölkern sogar im
Überfluss gesammelt worden sein, und noch im
vergangenen Jahrhundert besaß in den Dörfern Korsikas
fast jede Familie neben Esel, Ziegen und Hühnern auch
einige Bienenstöcke für den eigenen Bedarf.
Heute gibt es auf der Insel mehr als 300 eingetragene
Imker, davon mehr als 40 professionelle, die sich in
einer Imkervereinigung zusammen geschlossen haben.
Die durchschnittliche Honigproduktion beläuft sich auf
300-400 t pro Jahr mit etwa 15 kg pro Bienenstock.
Schätzungsweise 200 Familien leben in Korsika von
der Honigproduktion.
Alte traditionelle Methoden zum Einfangen eines
Bienenschwarms:
Man bewirft ihn mit Erde oder Sand oder macht so viel Lärm
(z.B. durch Aneinanderschlagen von Stöcken), bis er sich
niederlässt. Dann sperrt man ihn in einen Korb aus Kork, der
vorher innen mit Melissenblättern eingerieben wurde.
"Um eine Bienenzucht zu beginnen, brauchst du drei Volker:
eins kaufst du, eins erhältst du als Geschenk und ein drittes fängst du dir ein".
Die korsischen Honigsorten
Sechs verschiedene klassifizierte Honigsorten gibt es in Korsika :
Frühlingshonig
Farbe: hell bis goldfarben
Ernte: ab Mai im Flachland und in den niederen Tälern
Hauptpflanzensorten: Lilien, Mimosen, Heckenrosen, Disteln,
Lippenblütler, verschiedene Kleearten, und diverse
Obstbaumblüten, vor allem Clementinen
Konsistenz: cremig bis fest, gut streichbar
Geschmack: mild, frisch, fruchtig, mit einem Hauch von
Frühlingsblüten
Der Frühlingshonig ist der mildeste der korsischen Honige.
Er ist säurearm und recht süß. Er repräsentiert die ganze
Fülle der Frühlingsdüfte Korsikas
Macchia-Honig (Frühling)
Farbe: bernsteinfarben
Ernte: ab Mai von der Küste bis ins Gebirge
Hauptpflanzensorten: baumartige und heidekrautähnliche
Pflanzengemeinschaft der Macchia, Lavendel, verschiedene
Ginsterarten etc.
Konsistenz: cremig bis fest, gut streichbar
Geschmack: fruchtig, leicht herb und würzig, aber dennoch
mild, mit einem Hauch von Karamel- und Kakaogeschmack.
Kastanienhonig
Farbe: bernstein- bis malzfarben, klar
Ernte: ab Ende Juni in den Mittelgebirgen in der Umgebung von
Kastanienhainen
Hauptpflanzensorten: Kastanien (Maronen), verschiedene Kleesorten,
Clematis, Brombeeren, Ginster, Majoran etc.
Konsistenz: cremig bis flüssig, gut streichbar
Geschmack: fruchtig, nussig, würzig, mit einem leicht herben
Nachgeschmack.
Macchia-Honig (Sommer)
Farbe: dunkel-bernsteinfarben
Ernte: ab August in den Bergen und höher gelegenen Tälern
Hauptpflanzensorten: Strohblumen, Klee, korsischer Thymian,
stark duftende Lippenblütler, Ginster, Salbei, Brombeeren
und weitere aromatische Gebirgspflanzen
Konsistenz: cremig
Geschmack: würzig, aromatisch, blumig, leicht fruchtig-säuerlich,
milde Süße.
Macchia-Honig (Herbst)
Farbe: bernsteinfarben
Ernte: ab Anfang November von der Küste bis ins Gebirge
Hauptpflanzensorten: Arbouse (Erdbeerbaum), Efeu, Aster,
Stechwinde u.a.
Konsistenz: sehr cremig
Geschmack: ausgesprochen herb, würzig, karamel- bis
muskatartig mit einem Hauch von Zimt- und Apfelgeschmack.
Sehr typischer korsischer Honig; wird bevorzugt von Chefköchen
für die Zubereitung exklusiver Gerichte oder von denjenigen, die
eher herbe Produkte bevorzugen.
Honigtauhonig der Macchia
Farbe: sehr dunkel, klar
Ernte: ab Mai von der Küste bis in die Mittelgebirge
Hauptpflanzensorten: Eiche, Pistazie, Nadelbäume
(überwiegend bewaldete Gebiete) sowie die
Pflanzengemeinschaften der Macchia
Konsistenz: cremig bis flüssig
Geschmack: kräftig, sehr würzig, mit einem Hauch von Tanne,
Süßholz, Malz, Karamel und reifen Früchten.
Was ist Honigtauhonig?
Im Gegensatz zu den übrigen Honigsorten "verarbeiten" die Bienen hier nicht
den Blütennektar, sondern Honigtau, der das Ausgangsprodukt für Blatt-, Wald-
und Nadelhonige ist.
Diverse Pflanzensaft saugende, auf Bäumen lebende Insekten stechen das Siebröhrensystem der Pflanzen an, um sich von diesem Pflanzensaftzu ernähren.
Den nicht benötigten Teil scheiden sie als "Honigtau" wieder aus, der nun auf
Blätter, Nadeln und Zweige fällt. Dort sammeln ihn die Bienen auf und verarbeiten
ihn im Bienenstock zum Endprodukt Honig.
Im frischen Zustand ist Honigtau klar. Er ist reich an Zuckern, vor allem an Frucht-,
Trauben- und Rohrzucker, aber auch Maltose, Fructomaltose und Melezitose sowie
weitere Oligosaccharide kommen in kleineren Mengen vor.
Daneben enthält der Honigtau Fermente, organische Säuren, Vitamine und
Adenosinphosphate.
Farbe und Aroma dieser Honige können je nach Herkunft sehr stark variieren, d.h. dass jeder Honigtauhonig charakteristische Eigenschaften für die Region aufweist,
in der er hergestellt wurde.
Honigtauhonig enthält weniger Zucker als die aus Blütennektar gewonnenen Honigsorten.
(Quellen: wikipedia, lebensmittellexikon)
Korsischer Honig - kontrollierte Qualität
Seit 1998 wird in Korsika ein Qualitätssiegel für korsischen Honig
vergeben: "AOC Mele di Corsica".
Die AOC (appellation d'origine contrôlée) garantiert sowohl die
Herstellung und Abfüllung des Honigs in Korsika als auch die
strikte Einhaltung der hohen Qualitätsanforderungen:
- guter Zustand der Bienenkörbe
- ausschließliche Verwendung von
natürlichem Bienenwachs
- regelmäßige Erneuerung des Bienenwachs
- Ausräucherung der Bienenkörbe mit
natürlichem Brennmaterial (Piniennadeln,
Rosmarin, Eukalyptusblätter)
- Verbot von Chemikalien und Zuckerzusatz
- Honiggewinnung ausschließlich durch Kaltschleudern
- Verbot von Pasteurisierung
Der korsische Honig war übrigens der erste Honig in Frankreich, der das AOC-
Qualitätssiegel erhalten hat.
Korsischer Honig ist absolute Spitzenqualität !
Unser Lieferant:
Pierre Torre aus Cuttoli (Südkorsika)
ist einer der größten und besten Imker
der Insel. Seine Honige werden immer
wieder anlässlich der Agrarwettbewerbe
in Paris mit Medaillen ausgezeichnet.
Torre ist Imker aus Leidenschaft.
Schon im Kindesalter stand für ihn fest,
dass er eines Tages Imker sein wird.
Sein Credo: "In meinen Honig
investiere ich alles Wunderbare,
das die Natur Korsikas uns bietet".
Pierre Torre ist Vizepräsident der korsischen Imkervereinigung.
(Reihe "Produkte und Hersteller" wird fortgesetzt)
Text und Fotos: Sylvia Tari
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